Hauptversammlung/Meisterball 07
Hauptversammlung und Geisterball 2010

 

Fotos vom Kinderball 26. Jan. 07 Kinderball 23. Januar 2009
Kinderball 22. Januar 2010
Kinderball 28. Januar 2011

Kinderball 27. Januar 2012

Im Jahre 1821 wurde der «brüderliche Verein der achtbaren Meisten) hier in Menzingen gegründet. Es waren damals 37 Meister aus den verschiedensten Handwerksberufen, die sich zur Gründung der Meisterschaft Menzingen zusammenfanden. Grund dazu war, neben der politisch unruhigen Zeit nach der Besetzung der Eidgenossenschaft durch die Franzosen anno 1798 und der grossen Armut, auch die Arbeitslosigkeit. Diese ergab sich vor allem wegen den schlechten Verbindungswegen ins Tal und über den Hirzel nach Horgen, dem damaligen Mittelpunkt des Handels in Richtung Zug, Luzern und Gotthard. So entstanden unter den Handwerkern auch häufig Streitigkeiten, Missgunst und Neid.

Die Gründungsmitglieder setzten sich deshalb auch gleich zu Beginn recht hohe Ziele. Unter anderem wollten sie das berufliche Ansehen ihresgleichen im Dorf fördern, die «schwankende und kalt gewordene» Liebe und das Zutrauen untereinander wieder aufwärmen. Sie beschlossen, der verstorbenen Mitmeister zu gedenken und eine besondere Aufmerksamkeit der Ausbildung der Gesellen zu widmen. In späteren Jahren setzte sich die Meisterschaft auch für öffentliche Angelegenheiten ein. Sie gründete eine Zeichnungs und Handwerkerschule. Eine «Gesellenkrankenkasse», zu damaliger Zeit ein überaus fortschrittliches Modell der Krankenversicherung, wurde errichtet. Aber auch eine «Agitation für bessere Verbindung von Berg und Tal» regten die Meister an und zeigten später auch grosses Interesse am Plan, eine neue Brücke über das Lorzentobel zu bauen. Und es kamen - weil der materielle Wohlstand auch in späteren Jahren noch nicht so hoch war - weitere Aufgaben hinzu. So unterstützten die Meister in Not geratene Mitmeister, aber auch Witwen und arme Lehrlinge oder setzten sich zudem für kirchliche Belange ein, beispielsweise für bessere Chorfenster und die Restaurierung von Kultusgegenständen.


Einander die Hände reichen

Neben den Zünften der Stadt Zug, die meist wesentlich älter sind, ist die Meisterschaft Menzingen die einzige Handwerkerbruderschaft im Kanton Zug, die auf eine so lange Tradition zurückblicken darf. Der heutige Hauptzweck der Meisterschaft besteht eher in der Pflege des geselligen Lebens und dem friedlichen Zusammenhalt untereinander. Das Wappenzeichen unserer löblichen Zunft, das Reichen der Hände zur Bruderschaft und zum Zusammenhalt, behält auch weiterhin seine Gültigkeit.

Meisterschaftstag

Der alljährliche Meisterschaftstag fällt durch das Gründungsdatum jeweils in die Fasnachtszeit. Das heisst aber nicht, dass die Meisterschaft Menzingen ein Fasnachtsverein ist, obwohl die meisten Aktivitäten eher auf diese Zeit beschränkt sind. Der Meisterschaftstag, der diesmal auf den 24. Januar 2003 fällt, wird jedes Jahr durch die dorfeigene Guggenmusik Menzikus mit einer Tagwache eröffnet. Diese weckt noch vor dem Morgengrauen sämtliche Meister mit ihren kakophonischen Klängen. Der Gedächtnisfeier in der Pfarrkirche mit nachfolgendem Gräberbesuch der verstorbenen Mitmeisterinnen und Mitmeister folgt die Hauptversammlung. Der nachmittägliche Kinderball mit anschliessender Bescherung findet jedes Jahr grossen Anklang bei den jüngsten Dorfbewohnern. Und weil früher unter achtzehn Jahren kein Ausgehen möglich war, war der Kinderball stets eine willkommene Abwechslung.

So wurde es im Verlaufe der Jahre Tradition, dass am jeweiligen Freitagnachmittag für alle Menzinger Schüler schulfrei ist. Der Meisterschaftsball am Abend lässt den Tag bei einem abwechslungsreichen Programm und einem gemütlichen Nachtessen ausklingen. Rund sechzig Mitglieder Als Mitglied in die Meisterschaft Menzingen kann man auf Gesuch oder Empfehlung hin aufgenommen werden. Der Antragsteller muss seit mindestens drei Jahren in der Gemeinde Menzingen wohnen. Zudem muss er hier in Menzingen oder im Kanton Zug auf eigene Rechnung oder als Leiter ein Handwerk oder eine Kunst betreiben, einen Gewerbebetrieb führen und sich über eine abgeschlossene Berufsausbildung ausweisen oder eine höhere Fachprüfung gemäss BIGA bestanden haben. Im Vorfeld auf den Meisterschaftstag wird der Candidat, wie die Meister ihn zu nennen pflegen, vom hohen Commissionsrat (Zunftvorstand) überprüft. Am abendlichen Meisterball wird die offizielle Aufnahme neuer Mitmeisterinnen und -meister, die an der Hauptversammlung gewählt wurden, in feierlichem Rahmen abgehalten.

Momentan umfasst die Menzinger Meisterschaft rund sechzig Mitglieder. Man trifft sich ordentlicherweise jährlich dreimal und zwar am Meisterschaftstag, an der Martini- sowie an der Dreikönigsversammlung. Hier werden Beschlüsse getroffen und Vorbereitungen für den Meisterschaftstag gemacht.

Nach einer so reich erfüllten Vergangenheit betrachtet die Meisterschaft es als ihre Pflicht, den Verein als Zunft in dieser traditionellen Form weiterzuführen. Selbstverständlich wird es auch inskünftig immer wieder kleinere Veränderungen geben, doch von der Grundidee des Zusammenhaltes und der gegenseitigen Achtung darf und wird sich die Meisterschaft nie trennen.


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Castor Huser
Stand: 27 Januar, 2012

 

 

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